Angetroffene Situation

2009 Teil 1 Phumelea

Du Noon ist ein zum Teil illegal errichtetes Settlement ausserhalb Kapstadt. Da es keine Meldepflicht gibt, können keine genauen Angaben über die Anzahl der dort lebenden Menschen gemacht werden. Viele der Bewohner leben unter entsetzlichen Bedinungen, in sogenannten Shacks, Tür an Tür. In Hütten aus Wellblech, zum Teil verstärkt mit Karton und Holz, verbringen viele Bewohner ihr Dasein.

Die hygienischen Verhältnisse sind menschenunwürdig, es mangelt an sauberem Trinkwasser, an funktionierenden sanitären Anlagen und vielerorts ist die Nahrung sehr sehr knapp. Ungeziefer und Ratten  sind überall zu sehen und ein grosses Gesundheitsrisiko.

Angesichts hoher Arbeitslosigkeit gibt es viel Elend und Ungleichheit was in diesem Township  zu vermehrter Kriminalität führt. Unter dieser Situation haben besonders Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche zu leiden. Während manche Eltern auf der Suche nach Arbeit sind, werden deren Kinder auf der Strasse und sich selbst überlassen.

Manchmal werden die Kinder auch in sogenannten Shelters oder Daycares abgegeben wo die wohnlichen und hygienischen Verhältnisse unter allen Vorstellungen sind.

Die südafrikanische Regierung sieht sich mit diesen Problemen konfrontiert und geht es auch an. Allerdings auf eine Art mit der die meistens Menschen unter uns Mühe haben. So werden z. B. Auflagen  erteilt die ohne Geld nicht zu bewältigen sind. Bei nicht Eintreten, werden die bestehenden “ Daycares dem Boden gleichgemacht“ ohne jedoch Rücksicht darauf zu nehmen was mit den Kleinkindern passiert!

Bei einem unserer Aufenthalte in Kapstadt, erfuhren wir von der misslichen Lage in der sich ein solcher Kindergarten befand „Phumelela“ in Du Noon. Wir erfuhren auch, dass es sich um eine Anlage aus alten Schiffscontainer handelte in der sich ca. 200 Kinder befänden in den widrigsten Umständen.

Wir Hand in Hand-Afrika versprachen uns ein Bild vor Ort zu machen. Was wir da wenige Tage später antrafen war ungeheuerlich.

Projektdetails

Baudatum: 2010 – 2012
Ort: Du Noon, Kapstadt – Südafrika
Investor: Hand in Hand Afrika

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  • Du Noon

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  • mein 1. Besuch in diesem ``Daycare``

  • der verplomte Container wurde geöffnet

Geplante Massnahmen

2010 „Phumelela“ so wurde dieses illegal errichtete Center genannt, war restlos überfüllt mit Kleinkindern. Es waren 6 riesige  Schiffscontainer  die einmal wild deponiert und zurückgelassen wurden.  Dienten nun als Unterschlupf der Kinder und Schulräume für Kinder und Säuglinge. Diese  Container  waren in einem Quadrat aufgestellt, hatten zum Teil keine Fenster und Türen.

Einer dieser Container war noch verplomt und noch nie in Gebrauch, rostete vor sich hin. (mir kam eine Idee)

Die Kinder lagen fast unbekleidet in der Dunkelheit und auf dem Fussboden. Die Sonne die gnadenlos auf das Blechdach brannte erhitzten die Container enorm. Es gab zum Teil nicht mal Fenster, Türen  Banke oder Stühle.. Es fehlte an allen Ecken und Enden, die gesamte Infrastruktur war marode und extrem gefährlich.

Schnell war klar, wir mussten handeln und zwar sofort. Es wurde viel besprochen geplant und wir versprachen zu helfen. Ziel war es, den Kleinkindern ein sauberes, gesundes, und vor allem aber ein sicheres „Zuhause“ zu ermöglichen.

Da das gesamte Areal sehr gross war, entschieden wir uns es über einen längeren Zeitraum hin umzubauen. Somit war auch sichergestellt, dass genügend Spendengelder vorhanden sind.

2010 wurde mit der Phase 1 begonnen. Der verplomte Container wurde geöffnet, Fenster und Türe eingebaut und  isoliert. Dieser wurde als  dann als Küche umgebaut mit fliessend Wasser, Spüle, Schränke und Herd.  Täglich konnte nun für  ca. 160  Kinder täglich eine warme Mahlzeit zubereitet werden. ( Frauen wurden gelehrt, wie man mit dort erhältlichen Lebensmittel  Kindgerecht kochen kann).

2011  wurde mit der Phase 2 begonnen. Alle anderen vorhandenen Container wurden ebenfalls isoliert und umgebaut, versehen mit Fenster und Türen. In einem weiteren Container wurde eine Toilettenanlage mit Handwaschbecken umfunktioniert. Im sandigen Innenhof wurde ein altersgerechter Spielplatz errichtet der teilüberdacht wurde. Somit konnten die Kids sich auch bei Regen draussen austoben

Die Anlage wurde an das öffentliche Kanalisationsnetz und Abwassernetz angeschlossen.Durch den Bau von  Wasserleitungen die breits im Jahr 2010 installiert waren, wurde sichergestellt, dass die Kinder und das dort arbeitende Personal fliessend Wasser und sauberes Trinkwasser zur Verfügung hatten.

In den anderen Containern wurden mehrere Klassenzimmer, ein Säuglings- und ein weiteres Kinderzimmer eingerichtet. Die Bauarbeiten zogen sich über 18 Monate hin und wurde bei einem grossen Fest im November 2011 eingeweiht.

Wir bedanken uns bei allen Sponsoren,  Firmen, Stiftungen, Spendern und Mitglieder.

Unseren besonderen Dank geht an die NAK Humanitas, Lionsclub AR Ein Herz für Kinder e.V Deutschland, Lotteriefonds Kanton AR

Ohne ihre finanzielle Unterstützung wäre dieses Projekt nicht zustande gekommen.

Dank diesen Massnahmen konnte dieser Kindergarten legalisiert und registriert werden. Wir gaben diesem  Kindergarten einen neuen Namen „WINGS OF HOPE“ Flügel der Hoffnung

Auch heute noch besuchen wir regelmässig das Kinderzentrum!

 

Lilian Ebneter

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